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Anna
Traubach (Jahrgang 1923) stammt aus Reichenau bei Gablonz a.N. und stellte in einem
Gablonzer Betrieb Broschen und Ohrclipse her. Nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges übernahm ein Tscheche den Betrieb. Dort durfte sie aufgrund
ihrer Fachkenntnisse zunächst noch arbeiten. Dann wurde ihr aber befohlen,
zunächst für 4 Wochen auf einem tschechischen Bauernhof zu arbeiten. Da
diese einen Mann brauchten, musste Anna als Knecht auf dem Feld und im Stall
arbeiten. Sie erinnert sich noch sehr gut, wie sie mit einem eitrigen Fuß in
Holzschuhen laufen musste und in einem Bett voller Flöhe schlief. Aus den
vier
Wochen wurden schließlich vier lange Monate.
Schließlich durfte sie für kurze Zeit Heimarbeit anfertigen, bis am
21.3.1946 tschechische Polizisten in SS-Uniform auftauchten und die damals
22-jährige aufforderten, innerhalb zwei Stunden - also bis 11 Uhr -
zusammenzupacken, da sie das Land verlassen müsse. Ihre Mutter, die gerade
außer Haus war, wehrte sich aber schließlich mit Erfolg (mit der Begründung,
dass noch Heimarbeit zu erledigen wäre) und erreichte eine Fristverlängerung bis zum
nächsten Morgen um 8 Uhr. Somit blieb den beiden noch Zeit ihre 30 kg
Gepäck, die sie mitnehmen durften zu packen.
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Zwei Mal wurden ihre Habseligkeiten kontrolliert und alles was einen
gewissen Wert hatte, natürlich Geld aber auch die Küchenmesser, wurde ihnen
von den Polizisten weg genommen Den Strohsack konnten sie unter
Protest doch noch mitnehmen.
Im Kohlenwaggon der Bahn ging schließlich die ungewisse Reise Richtung
Haunstetten (bei Augsburg). Zuvor erfolgte noch an der Grenze eine
Entlausung mit *DDT. Man hatte keinen Einfluss auf das Transportziel, da
dieses von den Tschechen festgelegt wurde. Schließlich landete Anna 1946 mit
ihrer Mutter und Schwester auf einem Bauernhof in
Frankenried
bei Kaufbeuren. Dort wurde sie (verständlicherweise) nur widerwillig, da
zwangsweise, aufgenommen und fand in einer kleinen Kammer Unterkunft.
Links sehen Sie eine aktuelle tschechische Karte - wenn Sie
diese anklicken, erscheint eine deutsche Karte
vom Siedlungsgebiet der Deutschen vor dem Zweiten Weltkrieg. |
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Schädlingsbekämpfungsmittel, das wegen seiner langen Verweilzeit in der
Umwelt (etwa 20 Jahre) und seiner leichten Verbreitung (durch Wind und
Wasser) umweltschädlich ist. DDT findet man heute überall auf der Erde, auch
in den Ozeanen, in Wüsten und auf den Eisfeldern am Nord- und Südpol. Es
speichert sich leicht in fetthaltigen Geweben. Über die Nahrungskette
gefährdet es Tier und Mensch. Daher ist die Anwendung und die Herstellung
von DDT in vielen Ländern verboten. |
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